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Bergwasser: Warum schmeckt jede Quelle anders?

Glasbrunnen im Bremgartenwald bei Bern: steinerner Brunnentrog mit Holzrohr, gespeist von einer Waldquelle

Zwei Quellen am selben Berg, ein paar hundert Meter auseinander, und völlig unterschiedlicher Geschmack. Was Wasser unterwegs aus dem Gestein löst, warum die Höhe damit nichts zu tun hat, und wann du besser nicht trinkst.

Wasser schmeckt nach den Mineralien, die es unterwegs aus dem Gestein gelöst hat. Reines H₂O gibt es in der Natur praktisch nicht. Regen fällt nahezu mineralfrei, und ab dem Moment, in dem er versickert, nimmt er auf, was der Untergrund hergibt. Deshalb kann eine Quelle mild und weich schmecken und die nächste am selben Hang leicht bitter oder herb. Deshalb ist „Bergwasser” auch keine Geschmacksangabe, sondern nur eine Ortsangabe.

Für die Planung unterwegs heisst das: Eine Quelle ist nicht einfach eine Quelle. Genau darum ordnet droply jeden Punkt auf der Karte einem Wassertyp zu: Quellwasser, Naturquelle, Trinkbrunnen, Leitungswasser, Grundwasser, Mineralwasser, Bach, Wasserteich oder Thermalquelle, statt überall denselben generischen Wasser-Pin zu setzen. Der Typ sagt dir mehr über das, was dich erwartet, als jede Höhenangabe.

Warum schmeckt Wasser überhaupt nach etwas?

Weil du keine Flüssigkeit schmeckst, sondern die darin gelösten Ionen. Die Gesamtmenge davon heisst Mineralisation oder TDS (total dissolved solids). Sie reicht von unter 20 Milligramm pro Liter bei frischem Schmelzwasser bis über 2000 Milligramm pro Liter bei stark mineralisiertem Wasser. Das ist ein Faktor von mehr als hundert zwischen zwei Dingen, die beide klar aussehen und beide „Wasser” heissen.

Welches Ion dabei überwiegt, entscheidet über die Geschmacksrichtung:

Gelöster StoffKommt meist ausGeschmackseindruck
Calcium (Ca²⁺)Kalkstein, Gipsneutral bis „voll”, bei viel davon leicht kreidig
Magnesium (Mg²⁺)Dolomitleicht bitter
Hydrogencarbonat (HCO₃⁻)Auflösung von Kalkweich, mild, rundet ab
Sulfat (SO₄²⁻)Gips, Anhydritherb, trocken im Abgang
Natrium (Na⁺)Salzgestein, Meeresnäheleicht salzig
Chlorid (Cl⁻)Salzgestein, Streusalz, Abwassersalzig
Kieselsäure (SiO₂)Granit, Basalt, Vulkangesteingeschmacklich unauffällig

Dazu kommen Spurenelemente wie Eisen, Mangan, Zink, Lithium oder Strontium. Die meisten liegen so weit unter der Wahrnehmungsschwelle, dass sie zum Geschmack nichts beitragen. Eisen ist die Ausnahme: Es macht sich schon in kleinen Mengen metallisch bemerkbar.

Der Geschmacksunterschied zwischen zwei Quellen ist also weder Zufall noch Einbildung, sondern eine messbare Zusammensetzung.

Korrodiertes Eisenrohr einer Quellfassung bei Geimen oberhalb Brig im Wallis, aus dem Wasser rinnt, mit rostbraunen Mineralablagerungen auf dem Stein
Quellfassung bei Geimen oberhalb Brig im Wallis: Was das Wasser gelöst mitbringt, sieht man an den Ablagerungen, die es auf dem Stein zurücklässt.

Wie kommen die Mineralien überhaupt ins Wasser?

Durch Verwitterung. Regenwasser nimmt beim Fallen und im Boden Kohlendioxid auf, wird dadurch leicht sauer und löst auf seinem Weg durch den Untergrund Gestein an. Kalkstein reagiert darauf besonders bereitwillig: Er gibt Calcium und Hydrogencarbonat ab, also genau die zwei Ionen, die weiches, mildes Wasser ausmachen. Gips liefert Calcium und Sulfat. Dolomit liefert zusätzlich Magnesium. Granit, Gneis und Basalt verwittern deutlich langsamer und geben vor allem Kieselsäure ab und sonst wenig.

Wie viel davon am Ende im Wasser landet, hängt an drei Grössen: welches Gestein auf dem Weg liegt, wie lange das Wasser Kontakt damit hat, und wie schnell es fliesst. Wasser, das in einem Kluftsystem in wenigen Tagen durch den Berg schiesst, löst kaum etwas. Wasser, das jahrzehntelang in einem Grundwasserleiter steht, kommt hoch mineralisiert wieder heraus. Deshalb sind viele der stark mineralisierten Wässer im Handel alt: Jahrzehnte bis Jahrhunderte, teilweise deutlich mehr.

Der U.S. Geological Survey fasst das Ergebnis in einer Skala zusammen, die sich gut zum Einordnen eignet. Unter 60 mg/l gilt Wasser als weich, 61 bis 120 mg/l als mittelhart, 121 bis 180 mg/l als hart, darüber als sehr hart.

Kurz: Nicht die Quelle macht das Wasser, sondern der Weg dorthin.

Starke Karstquelle bei Saint-Clément-de-Rivière im Hérault, die aus einem Rohr vor einer Kalksteinwand in ein Becken schiesst
Karstquelle bei Saint-Clément-de-Rivière im Hérault: Kalkgestein löst sich bereitwillig, solche Quellen führen viel Calcium und Hydrogencarbonat.

Ist Bergwasser automatisch mineralreich?

Nein, und das ist der hartnäckigste Irrtum zu diesem Thema. Die Mineralisation hängt an Gestein, Verweildauer und Fliessgeschwindigkeit. Die Höhe über Meer kommt in keiner dieser drei Grössen vor.

Wie weit das auseinandergeht, zeigt ein Vergleich von drei französischen Wässern. Alle drei stammen aus geschützten unterirdischen Quellen und könnten trotzdem kaum unterschiedlicher sein:

HerkunftsgesteinCalciumMagnesiumSulfat
VolvicVulkangestein, Chaîne des Puys12 mg/l8 mg/lsehr wenig
Evianalpine Glazialablagerungen78 mg/l24 mg/l10 mg/l
HéparGips- und Mergelschichten, Vogesen549 mg/l119 mg/l1530 mg/l

Die Werte für Evian und Hépar stammen aus der Übersicht des IRBMS zu Mineralstoffgehalten in Trinkwasser. Volvic fliesst durch junges Vulkangestein und trägt entsprechend viel Kieselsäure (32 mg/l), aber fast keine Härtebildner. Die Gesamtmineralisation liegt bei 109 mg/l.

Zwischen Volvic und Hépar liegt beim Calcium der Faktor 45. Beide stammen aus geschützten Quellen, beide aus Bergregionen, beide sind klar. Der Unterschied ist ausschliesslich Geologie.

In den Alpen liegen diese Gegensätze auf engem Raum nebeneinander. Die nördlichen Kalkalpen, die Dolomiten und weite Teile der Voralpen sind Kalk und Dolomit. Die Zentralalpen, Aarmassiv, Gotthard, Mont-Blanc-Gebiet, sind Granit und Gneis. Eine Quelle aus einer Kalkschicht kann deshalb Hunderte Milligramm Calcium pro Liter führen. Eine Quelle wenige hundert Meter weiter, gespeist aus Kluftwasser im Kristallin, ist dagegen kaum messbar mineralisiert. Beide liegen auf 2000 Metern. Beide sehen gleich aus.

Quelle, die zwischen grossen Granitblöcken in den Organ Mountains in New Mexico austritt, erkennbar an feuchtem Boden und grüner Vegetation
Quellaustritt zwischen Granitblöcken in Doña Ana County, New Mexico: Granit verwittert langsam und gibt kaum Härtebildner ab, solches Wasser bleibt mineralarm.

Der praktische Schluss daraus: Wenn dir ein Wasser irgendwo besonders gut geschmeckt hat, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass die Quelle im Nachbartal genauso schmeckt.

Ist mineralreiches Wasser gesünder als Leitungswasser?

Manchmal, aber nicht grundsätzlich, und deutlich weniger, als die Etiketten nahelegen. Die WHO hält in ihrer Auswertung zu Calcium und Magnesium im Trinkwasser fest, dass Nahrung die Hauptquelle für beide Mineralstoffe ist. Milchprodukte allein decken in vielen Ernährungsweisen über die Hälfte der Calciumzufuhr, während Magnesium breit über Gemüse, Getreide, Obst und Nüsse verteilt ankommt. Wasser ist ein Zusatz, keine Basis.

Der Zusatz kann trotzdem relevant sein. Bei einem Referenzwert von rund 1000 Milligramm Calcium pro Tag für Erwachsene liefert ein Liter Hépar mit 549 mg über die Hälfte davon. Ein Liter Volvic liefert 12 mg, also praktisch nichts. Wer viel schwitzt, wenig Milchprodukte isst oder mehrere Liter am Tag trinkt, für den ist die Wahl des Wassers damit keine reine Geschmacksfrage mehr.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens gilt das nur für Wasser, das du auch tatsächlich in dieser Menge trinkst. Ein stark mineralisiertes Wasser, von dem zwei Gläser am Tag hineingehen, ändert an der Bilanz nichts. Zweitens hat sehr hoher Sulfatgehalt eine spürbare Nebenwirkung: Die 1530 mg/l Sulfat in Hépar wirken in grösseren Mengen abführend. Bei diesem Wasser ist das sogar ein beworbener Effekt: unterwegs aber genau das Gegenteil von dem, was du brauchst.

Für die Praxis auf dem Trail heisst das: Mineralien sind ein Argument für gutes Wasser. Aber sie sind kein Grund, für ein paar Milligramm Magnesium einen Umweg zu einer unsicheren Quelle zu machen.

Quellwasser oder Mineralwasser: wo liegt der Unterschied?

Der Unterschied ist rechtlich, nicht geschmacklich. Die EU schützt den Begriff natürliches Mineralwasser über die Richtlinie 2009/54/EG. Es muss aus einem unterirdischen Vorkommen stammen und an einer gefassten Quelle austreten. Ab Quelle muss es mikrobiologisch einwandfrei sein, aus einer nachweislich vor Verunreinigung geschützten Fassung kommen, in Zusammensetzung und Temperatur stabil bleiben und amtlich anerkannt sein. Chemische Behandlungen, die die Zusammensetzung verändern, sind ausgeschlossen. Erlaubt sind im Wesentlichen physikalische Schritte wie das Entfernen von Eisen oder Schwefel und der Umgang mit der Kohlensäure.

Quellwasser stammt ebenfalls aus einer geschützten unterirdischen Quelle und wird ebenfalls direkt vor Ort abgefüllt. Es muss aber keinen konstanten Mineralstoffgehalt aufweisen und braucht keine amtliche Anerkennung seiner Zusammensetzung. Es hält stattdessen die Anforderungen an Trinkwasser ein.

Was die beiden Begriffe unterscheidet, ist also die Konstanz und die amtliche Anerkennung: nicht die Menge an Mineralien. Ein Mineralwasser kann mineralärmer sein als das Leitungswasser, mit dem du zu Hause den Kaffee kochst. Und eine ungefasste Bergquelle, aus der du unterwegs trinkst, fällt unter keine der beiden Definitionen: Sie ist rechtlich einfach Oberflächen- oder Quellwasser ohne jede Zusicherung.

Ist Schmelzwasser gutes Trinkwasser?

Als kurzfristige Lösung ja, als dauerhafte Wasserquelle nur eingeschränkt, aus drei voneinander unabhängigen Gründen.

Es liefert kaum Elektrolyte. Frisch geschmolzener Schnee hatte nie nennenswerten Kontakt zu Gestein und liegt in der Mineralisation nahe bei Regenwasser. Über einen Tag ist das egal. Wenn du mehrere Tage ausschliesslich Schmelzwasser trinkst und dabei schwitzt, ersetzt du Flüssigkeit, aber kaum Salze. Dann gehören Elektrolyte in die Planung.

Schnee sammelt, was in der Luft ist. Eine Schneedecke wirkt über den ganzen Winter hinweg wie ein Filter für die Atmosphäre. Feinstaub, Russ, Stickstoffverbindungen und Schwermetalle lagern sich mit jedem Niederschlag ein und bleiben liegen, bis es taut. Frischer Schnee ist deshalb nicht dasselbe wie sauberer Schnee.

Mikrobiologisch ist Schnee nicht steril. Tierkot, Bakterien und Mikroorganismen finden sich auch in Altschneefeldern, gerade in beweidetem Gelände. Wie bei jeder Oberflächenquelle gilt: abkochen oder filtern.

Kurz gesagt eignet sich Schmelzwasser gut, um über eine trockene Etappe zu kommen, und schlecht als Standardversorgung.

Gemauerter Quellbrunnen mit Steintrog bei Bansko im Pirin-Gebirge, teils vereist, vor bewaldeten Bergen
Quellbrunnen bei Bansko im Pirin-Gebirge: Im Winter friert das Wasser am Auslauf. Die Eisschicht sagt aber nichts darüber aus, was der Schnee darüber eingelagert hat.

Wie sauber ist Gletscherwasser wirklich?

Sauberer als das meiste Oberflächenwasser, aber nicht unberührt. Die Vorstellung „Gletscher gleich reinstes Wasser” hält der Messtechnik nicht stand. Gletscher sind über Jahrzehnte gewachsene Archive. Was in dieser Zeit mit Schnee und Regen aus der Atmosphäre eingetragen wurde, liegt im Eis und wird beim Abschmelzen wieder frei.

Am besten dokumentiert ist das bei PFAS, den per- und polyfluorierten Alkylverbindungen, die wegen ihrer Langlebigkeit „Ewigkeitschemikalien” genannt werden. Sie sind wasserlöslich, werden über die Atmosphäre weiträumig verteilt und tauchen deshalb auch weit weg von jeder Industrie auf. Eine Untersuchung am Mount Everest wies PFAS im Gletscherschmelzwasser nach, an einem der abgelegensten Orte, an denen sich überhaupt messen lässt. Für den Alpenraum zeigt eine Non-Target-Analyse von Schnee und Oberflächenwasser, dass sich dort sowohl alte als auch neuere Schadstoffe grossflächig nachweisen lassen.

Für die Schweiz lässt sich das Ausmass ziemlich genau einordnen. Die Messkampagne des BAFU im Grundwasser-Messnetz NAQUA fand PFAS an knapp der Hälfte aller Messstellen landesweit, im Siedlungsgebiet an über 90 Prozent. In Voralpen und Alpen war das dagegen deutlich seltener der Fall, und die geltenden Grenzwerte wurden nur an einer einzigen Messstelle überschritten. Das ist die realistische Einordnung: Die Alpen sind nicht das Problemgebiet, aber sie sind auch nicht aussen vor.

Praktisch bedeutet das keine Panik, sondern eine korrigierte Erwartung. Ein Gletscherbach ist kein Reinheitsversprechen, und wo es eine gefasste Quelle oder einen kontrollierten Wasserhahn gibt, ist die schon aus anderen Gründen die bessere Wahl: gefiltertes Bergwasser ist nämlich ebenfalls nicht automatisch sicher.

Was entfernt ein Filter und was nicht?

Ein Wanderfilter entfernt Krankheitserreger, aber keine Mineralien: Das ist der entscheidende Punkt, wenn es um Geschmack geht. Ein Hohlfaserfilter mit 0,1 bis 0,2 Mikron arbeitet nach Grösse. Bakterien und Protozoen bleiben hängen, gelöste Ionen sind rund tausendmal kleiner und laufen unverändert durch. Gefiltertes Quellwasser schmeckt deshalb genau gleich wie ungefiltertes: Der Filter ändert die Mikrobiologie, nicht die Chemie.

Die anderen Verfahren greifen jeweils woanders an:

  • Aktivkohle bindet organische Verbindungen, Chlor und Geruchsstoffe. Sie verändert den Geschmack spürbar, lässt Calcium und Magnesium aber grösstenteils im Wasser.
  • Chemische Behandlung (Chlordioxid, Silberionen) deaktiviert Organismen und tut mineralisch gar nichts, abgesehen davon, dass sie selbst nach etwas schmeckt.
  • Umkehrosmose ist das einzige gängige Verfahren, das die Mineralien tatsächlich entfernt. Genau deshalb schmeckt Osmosewasser flach, und genau deshalb setzen viele Anlagen Calcium und Magnesium anschliessend wieder zu.

Beim Thema PFAS ist die Unterscheidung besonders wichtig. Ein Hohlfaserfilter tut dagegen nichts, weil PFAS gelöst vorliegen und sich nicht mechanisch absieben lassen. Wenn dir das für eine bestimmte Region wichtig ist, brauchst du eine Aktivkohlestufe. Die Active-Flasche von Water to Go kombiniert zum Beispiel eine mechanische Stufe, eine elektrostatisch geladene Schicht und Aktivkohle in einem einzigen Filter und gibt eine Reduktion von PFAS an. Das ist eine Herstellerangabe, aber immerhin eine, die den richtigen Mechanismus benennt. Für Bakterien und Protozoen reicht dein normaler Filter weiterhin völlig.

Wenn dein Wasser also plötzlich anders schmeckt als sonst, liegt das an der Quelle und nicht am Filter.

Wie erkennst du unterwegs, mit welcher Quelle du es zu tun hast?

Indem du vor dem Losgehen schaust, welcher Typ von Wasserstelle vor dir liegt. Der Typ verrät dir mehr über Mineralisation und Sicherheit als jeder Blick ins Wasser. Ein gefasster Trinkbrunnen im Dorf hängt in der Regel an einer behandelten, überwachten Versorgung. Eine Naturquelle am Hang trägt die Chemie ihres Einzugsgebiets und die Unsicherheit des Weidelands darüber. Ein Bach ist Oberflächenwasser mit allem, was dazugehört. Alle drei sehen auf einer generischen Karte gleich aus.

Der Glasbrunnen im Bremgartenwald bei Bern, das Titelbild dieses Artikels, ist genau so ein Fall. Es ist eine gefasste Waldquelle, die aus einem Holzrohr in einen Steintrog läuft, gut erreichbar und viel besucht. Trotzdem ist sie eine Quelle und kein Dorfbrunnen am überwachten Netz, und genau dieser Unterschied ist das, was du vorher wissen willst.

Genau diese Unterscheidung ist in droply eingebaut. Jeder Punkt trägt einen Wassertyp: Quellwasser, Naturquelle, Trinkbrunnen, Leitungswasser, Grundwasser, Mineralwasser, Bach, Wasserteich, Thermalquelle, statt eines generischen Markers.

Dazu kommen quellenspezifische Eigenschaften. Eine Quelle kann als ganzjährig wasserführend markiert sein oder als eine, bei der trotz Kartierung eine Behandlung empfohlen wird. Das ist die ehrliche Variante: Nicht jede kartierte Quelle ist unbehandelt trinkbar, und die App tut auch nicht so.

Droply-Detailansicht einer Quelle mit den Eigenschaften „Behandlung empfohlen" und „Ganzjährig wasserführend"
Jede Quelle trägt eigene Eigenschaften, einschliesslich ob vor dem Trinken eine Behandlung empfohlen wird.

Und schliesslich zählt die Aktualität. Ob eine Quelle im August noch läuft, weiss keine geologische Karte: Das weiss nur jemand, der letzte Woche dort war. Genau dafür sind die Check-ins der Community da.

Wenn du also das nächste Mal an einer Quelle stehst, die anders schmeckt als erwartet: Du hast nichts falsch gemacht. Du bist nur ein paar Gesteinsschichten weiter.

Das Wichtigste in Kürze

Der Geschmack einer Quelle ist ihre Zusammensetzung, und die Zusammensetzung ist Geologie. Kalk und Dolomit machen mineralreiches Wasser, Granit und Basalt machen mineralarmes, und die Verweildauer im Untergrund entscheidet über den Rest. Die Höhe ist dabei irrelevant. Mineralien im Wasser sind ein sinnvoller Zusatz zur Ernährung, aber nicht deren Ersatz. Und Schmelz- und Gletscherwasser sind mineralarm und deutlich weniger unberührt, als sie aussehen. Das ist kein Grund zur Sorge, aber ein Grund, eine bekannte gefasste Quelle vorzuziehen, wenn eine in Reichweite liegt.

Finde heraus, was vor dir liegt, bevor du trinkst:

  • Nutze droply, um Quellen, Brunnen, Wasserhähne und Hütten entlang deiner Route zu finden.
  • Sieh am Wassertyp, ob dich eine gefasste Trinkwasserstelle oder eine Naturquelle erwartet.
  • Prüfe die Eigenschaften einer Quelle, etwa ob eine Behandlung empfohlen wird, bevor du hingehst.
  • Verlass dich auf aktuelle Check-ins statt auf einen fünf Jahre alten Pin.
  • Trage weniger Wasser mit mehr Zuversicht, weil du weisst, was tatsächlich kommt.

Häufig gestellte Fragen

Warum schmeckt jede Quelle anders?

Weil Wasser unterwegs Mineralien aus dem Gestein löst und jedes Gestein etwas anderes abgibt. Calcium und Hydrogencarbonat aus Kalk schmecken weich und mild, Sulfat aus Gips herb, Magnesium leicht bitter, Natrium leicht salzig. Zwei Quellen am selben Berg können völlig unterschiedlich schmecken, wenn ihr Wasser durch verschiedene Schichten gelaufen ist.

Ist Bergwasser mineralreicher als Leitungswasser?

Nicht automatisch. Entscheidend sind Gestein, Verweildauer im Untergrund und Fliessgeschwindigkeit, nicht die Höhe. Wasser aus Kalk- und Dolomitgebieten ist oft mineralreich, Wasser aus Granit- und Gneisregionen meist sehr mineralarm, teilweise mineralärmer als das Leitungswasser im Tal.

Entfernt ein Wasserfilter die Mineralien aus dem Wasser?

Ein normaler Wanderfilter nicht. Hohlfaserfilter mit 0,1 bis 0,2 Mikron halten Bakterien und Protozoen zurück. Gelöste Mineralien sind rund tausendmal kleiner und laufen unverändert durch. Nur Umkehrosmose entfernt sie tatsächlich, deshalb schmeckt Osmosewasser flach, und deshalb setzen viele Systeme die Mineralien anschliessend wieder zu.

Kann man Gletscher- und Schmelzwasser bedenkenlos trinken?

Nein. Schmelzwasser ist sehr mineralarm und liefert kaum Elektrolyte. Es enthält den über einen ganzen Winter im Schnee eingelagerten Eintrag aus der Luft, und es ist mikrobiologisch nicht automatisch sauber. Beim Abschmelzen von Gletschern werden zudem über Jahrzehnte eingelagerte Schadstoffe wie PFAS wieder freigesetzt.

Was ist der Unterschied zwischen Quellwasser und Mineralwasser?

Der Unterschied ist rechtlich, nicht geschmacklich. Natürliches Mineralwasser ist in der EU über die Richtlinie 2009/54/EG geschützt: geschützte unterirdische Herkunft, mikrobiologisch einwandfrei ab Quelle, stabile Zusammensetzung und amtliche Anerkennung. Quellwasser stammt ebenfalls aus einer geschützten unterirdischen Quelle, muss aber keinen konstanten Mineralstoffgehalt aufweisen.

Häufig gestellte Fragen

Warum schmeckt jede Quelle anders?

Weil Wasser unterwegs Mineralien aus dem Gestein löst und jedes Gestein etwas anderes abgibt. Calcium und Hydrogencarbonat aus Kalk schmecken weich und mild, Sulfat aus Gips herb, Magnesium leicht bitter, Natrium leicht salzig. Zwei Quellen am selben Berg können völlig unterschiedlich schmecken, wenn ihr Wasser durch verschiedene Schichten gelaufen ist.

Ist Bergwasser mineralreicher als Leitungswasser?

Nicht automatisch. Entscheidend sind Gestein, Verweildauer im Untergrund und Fliessgeschwindigkeit, nicht die Höhe. Wasser aus Kalk- und Dolomitgebieten ist oft mineralreich, Wasser aus Granit- und Gneisregionen meist sehr mineralarm, teilweise mineralärmer als das Leitungswasser im Tal.

Entfernt ein Wasserfilter die Mineralien aus dem Wasser?

Ein normaler Wanderfilter nicht. Hohlfaserfilter mit 0,1 bis 0,2 Mikron halten Bakterien und Protozoen zurück. Gelöste Mineralien sind rund tausendmal kleiner und laufen unverändert durch. Nur Umkehrosmose entfernt sie tatsächlich, deshalb schmeckt Osmosewasser flach, und deshalb setzen viele Systeme die Mineralien anschliessend wieder zu.

Kann man Gletscher- und Schmelzwasser bedenkenlos trinken?

Nein. Schmelzwasser ist sehr mineralarm und liefert kaum Elektrolyte. Es enthält den über einen ganzen Winter im Schnee eingelagerten Eintrag aus der Luft, und es ist mikrobiologisch nicht automatisch sauber. Beim Abschmelzen von Gletschern werden zudem über Jahrzehnte eingelagerte Schadstoffe wie PFAS wieder freigesetzt.

Was ist der Unterschied zwischen Quellwasser und Mineralwasser?

Der Unterschied ist rechtlich, nicht geschmacklich. Natürliches Mineralwasser ist in der EU über die Richtlinie 2009/54/EG geschützt: geschützte unterirdische Herkunft, mikrobiologisch einwandfrei ab Quelle, stabile Zusammensetzung und amtliche Anerkennung. Quellwasser stammt ebenfalls aus einer geschützten unterirdischen Quelle, muss aber keinen konstanten Mineralstoffgehalt aufweisen.

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Portrait of Micha Von Micha · Co-Founder, droply

CDT thru-hiker (2024) · Co-founder of droply

Micha co-founded droply after thru-hiking the Continental Divide Trail in 2024. A former scout and lifelong outdoor enthusiast, he's always chasing water sources to map: hidden natural springs and hot springs are his favorites.

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