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Trinkwasser in Bern finden: die Brunnen-Hauptstadt und ihre Geschichte
In droply sind rund 250 Brunnen mit Trinkwasser im Raum Bern erfasst, rund 50 davon in der UNESCO-Altstadt. Ein Guide, wo du gratis auffüllst, welche Geschichte hinter den berühmten Figurenbrunnen steckt und warum sich der Ausflug zum Glasbrunnen im Wald lohnt.
Bern gilt als die Brunnenstadt der Schweiz. Wir haben droply zu zweit in der Schweiz gebaut. Hier steht beides: wo du in Bern zuverlässig Wasser findest, und welche Geschichte hinter den Brunnen steckt, an denen du dabei vorbeikommst.
Wo findest du in Bern Trinkwasser?
Am nächsten öffentlichen Brunnen, und in der Altstadt ist der nie weit. Zwischen Bahnhof und Nydeggbrücke reihen sich die Brunnen entlang Spitalgasse, Marktgasse, Kramgasse und Gerechtigkeitsgasse fast im Minutentakt. Die Altstadt gehört seit 1983 zum UNESCO-Welterbe.
Nicht alle Brunnen gehören der Stadt. Die städtischen betreut Energie Wasser Bern, die übrigen gehören anderen Eigentümern, etwa der Burgergemeinde oder Privaten. Für dich unterwegs macht das selten einen Unterschied, für die Frage “läuft der, und ist das Trinkwasser?” manchmal schon.
Auf der droply-Karte siehst du jeden erfassten Brunnen mit Foto, Kategorie und dem zuletzt gemeldeten Stand aus der Community. Das hilft vor allem ausserhalb der Innenstadt, in den Wohnquartieren, wo die Brunnen weniger dicht stehen.
Zusammenfassung: In der Altstadt reihen sich die Brunnen entlang der Hauptachse fast im Minutentakt, ausserhalb stehen sie weniger dicht. Für jeden erfassten Brunnen zeigt dir droply den zuletzt gemeldeten Stand.


Warum Bern die Brunnen-Hauptstadt ist
Weil Bern seine Brunnen nie ersetzt, sondern immer weitergebaut hat. Die Wasserversorgung war ab der Stadtgründung 1191 geplant: Der Stadtbach wurde aus dem Wangental in die Stadt geleitet und lief mitten durch die Hauptgassen. Er versorgte Handwerk und Löschwesen und nahm den Abfall wieder mit, war aber nie das Trinkwasser.
Das Trinkwasser kam aus Sodbrunnen und wenigen Quellbrunnen. Nach dem heissen Sommer 1395 reichte das Grundwasser nicht mehr, und Bern baute hölzerne Röhrenbrunnen mit laufendem Wasser, gespeist aus Quellen ausserhalb der Stadt. Ende des 14. Jahrhunderts zählte die Stadtchronik fünf laufende Brunnen.
Der entscheidende Schub kam gut 150 Jahre später. Ab 1520 entstand der erste Steinbrunnen an der Kreuzgasse, und zwischen 1542 und 1546 ersetzte Bern fast alle hölzernen Brunnen durch steinerne mit Figurensäule. Den Grossteil dieser Figurenbrunnen schuf der Freiburger Bildhauer Hans Gieng oder seine Werkstatt. Elf davon stehen heute noch, viele mit Kopien an Stelle der Originale, die im Bernischen Historischen Museum lagern.
Wer die Geschichte dahinter vertiefen will, statt nur unterwegs aufzufüllen, findet bei Bern Welcome die Stadtführung Rund ums Wasser: ein Rundgang durch die Untere Altstadt zu ausgewählten Brunnen und in den Keller der Staatskanzlei zum Lenbrunnen, der ältesten Zisterne der Stadt, die sonst nicht öffentlich zugänglich ist.
Zusammenfassung: Bern plante seine Wasserversorgung ab 1191 und ersetzte zwischen 1542 und 1546 fast alle Holzbrunnen durch steinerne Figurenbrunnen, die meisten aus der Werkstatt von Hans Gieng. Elf davon stehen bis heute.


Die vier wichtigsten Brunnen Berns und ihre Geschichte
Wenn du nur an vier Brunnen stehen bleibst, dann an diesen. Sie liegen alle in der Altstadt und decken zusammen die ganze Bandbreite ab: Stadtgründung, Reformation, Rechtsstaat und eine Figur, die bis heute niemand erklären kann.
Kindlifresserbrunnen, Kornhausplatz
Der bekannteste und unheimlichste Brunnen der Stadt, entstanden 1545/46 nach einem hölzernen Vorgänger. Die Figur zeigt einen sitzenden Menschenfresser, der ein nacktes Kind verschlingt, weitere stecken in seinem Sack. Ursprünglich hiess er schlicht Platzbrunnen, der heutige Name ist erst ab 1666 belegt.
Hans Gieng hat keine Zeile darüber hinterlassen, was die Figur bedeutet und wer sie bestellt hat. Entsprechend viele Deutungen kursieren: eine Fasnachtsfigur, der kinderfressende Gott Kronos, der Bruder des Stadtgründers, oder schlicht eine Schreckfigur für ungehorsame Kinder. Belegt ist keine davon. Der Brunnen läuft und führt Trinkwasser, auch wenn die meisten Leute davor lieber fotografieren als auffüllen.

Mosesbrunnen, Münsterplatz
Der Mosesbrunnen steht direkt vor dem Berner Münster und ist ein reformatorisches Statement in Stein. Moses hält die beiden Gesetzestafeln im linken Arm und deutet mit der rechten Hand auf das zweite Gebot, das Bilderverbot. Auf dem Platz vor der grössten Kirche der Stadt, in einem Bern, das seit 1528 reformiert ist, ist das keine zufällige Geste.
Der heutige Brunnen stammt von 1791. Trog und Säule gehen wohl auf Niklaus Sprüngli zurück, die Figur schuf Nikolaus Sporrer aus Konstanz. Ein erster Mosesbrunnen stand hier schon 1544, dessen Figur war bis 1740 so verwittert, dass sie entfernt wurde.

Zähringerbrunnen, Kramgasse
Berns Gründungssage als Brunnenfigur. Auf der Säule steht ein Bär in voller Rüstung, mit Schild und Fahne des Zähringer Löwen, zu seinen Füssen ein Bärenjunges. Gemeint ist Berchtold V. von Zähringen, der die Stadt 1191 gründete, und die Sage, nach der er das erste erlegte Tier zum Namensgeber machte: ein Bär, also Bern.
Der Brunnen entstand 1535 und ist damit älter als die Gieng-Serie, gebaut von Hans Hiltprand. Er steht in der Kramgasse unterhalb des Zytglogge, was ihn zu einem beliebten Fotomotiv macht: Turm und Bär auf einem Bild. Wer die Kramgasse hinunterläuft, kommt schnell am nächsten Brunnen vorbei.
Gerechtigkeitsbrunnen, Gerechtigkeitsgasse
Justitia mit Schwert und Waage, und, für 1543 ungewöhnlich, mit verbundenen Augen. Diese Augenbinde wurde später zum Standardsymbol für unparteiische Rechtsprechung, hier gehört sie zu den frühen Beispielen. Zu Justitias Füssen sitzen vier Herrscherbüsten mit geschlossenen Augen: Papst, Kaiser, Sultan und Schultheiss, also Theokratie, Monarchie, Autokratie und Republik, alle der Gerechtigkeit untergeordnet.
Am 13. Oktober 1986 wurde die Figur mit Seil und Flaschenzug heruntergerissen und schwer beschädigt, zugeschrieben der jurassischen Separatistengruppe Groupe Bélier. Das Original liegt seither im Bernischen Historischen Museum, seit 1988 steht eine Kopie auf der Säule.

Zusammenfassung: Kindlifresser-, Moses-, Zähringer- und Gerechtigkeitsbrunnen liegen alle in der Altstadt und erzählen zusammen Stadtgründung, Reformation und Rechtsverständnis Berns. Alle vier führen Trinkwasser.
Der Glasbrunnen im Bremgartenwald: ein Ausflug, der sich lohnt
Der Glasbrunnen ist eine gefasste Waldquelle im Bremgartenwald nördlich des Neufelds, auf rund 548 Metern, auf Boden der Burgergemeinde Bern. Ein steinerner Trog, ein Holzrohr, ein Findling daneben, mehrere Waldwege kreuzen sich genau dort. Das Wasser galt in Bern lange als besonders gut. 2010 bestätigte ein Blindtest des kantonalen Labors sogar, dass es vom Leitungswasser nicht zu unterscheiden war.
Inzwischen hat sich das Bild gedreht. Seit August 2020 wird die Quelle wöchentlich beprobt, und drei bis vier Mal pro Jahr wurden Bakterien gefunden, meist nach starkem Regen oder Gewitter. Der Grund liegt im Einzugsgebiet: In die Quelle fliesst auch Grundwasser aus dem Siedlungsgebiet Bümpliz-Bethlehem, entsprechend hoch sind Chlorid, Nitrat und Sulfat, und entsprechend anfällig ist sie nach Regen. Deshalb ist am Brunnen seit Mai 2024 angeschrieben, dass das Wasser nicht mehr getrunken werden sollte.
Als Ausflugsziel lohnt sich der Glasbrunnen trotzdem: ein stiller Ort mitten im Wald, ideal für einen Spaziergang ab Neufeld oder Bremgarten. Füll deine Flasche vorher an einem Altstadtbrunnen. In droply ist der Glasbrunnen erfasst, mit dem aktuellen Hinweis zur Trinkbarkeit.
Die Sagen um den Namen sind älter als das Problem. Eine erzählt von einem Mann, der seiner Liebsten einen Garten mit kristallenem Brunnen schuf, sie forderte zusätzlich ein Schloss und bekam am Ende nichts, und muss seither in manchen Nächten Vorbeikommenden Wasser schöpfen. Eine andere führt den Namen auf Magdalena Nägeli zurück, die Tochter des Berner Schultheissen Hans Franz Nägeli. Eine dritte vermutet eine mittelalterliche Glashütte oder keltische Glasperlen dahinter.
Zusammenfassung: Der Glasbrunnen im Bremgartenwald ist einen Ausflug wert. Sein Wasser galt lange als besonders gut, war aber seit 2020 wiederholt belastet, vor allem nach starkem Regen, und sollte deshalb nicht mehr getrunken werden.


Woher kommt das Wasser in den Berner Brunnen?
Aus Grundwasser, gefasst im Emmental und im Aaretal. Ein grosser Teil davon fliesst ohne Pumpenleistung ins Reservoir Mannenberg oder zum Pumpwerk Schönau, weil die Fassungen höher liegen als die Stadt. Energie Wasser Bern und die Wasserverbund Region Bern AG versorgen damit zusammen über 200’000 Menschen rund um die Uhr.
Das Wasser braucht keine Aufbereitung. Kontrolliert wird es laufend im Labor, ergänzt um ein ungewöhnliches biologisches Frühwarnsystem: Ukeleien, kleine Karpfenfische, schwimmen in Kontrollbecken und reagieren auf Veränderungen der Wasserqualität, bevor eine Routineanalyse sie zeigt.
Die Härte liegt je nach Versorgungsgebiet bei 20 bis 30 französischen Härtegraden, also etwa 11 bis 17 deutschen Graden, was mittelhart bis ziemlich hart bedeutet. Für Trinkwasserqualität spielt das keine Rolle, für deinen Wasserkocher schon. Warum Wasser je nach Gestein und Verweildauer im Untergrund anders schmeckt, haben wir in einem eigenen Artikel auseinandergenommen.
Zusammenfassung: Berns Trinkwasser ist unbehandeltes Grundwasser aus Emmental und Aaretal, das grösstenteils im freien Gefälle in die Stadt läuft. Die Härte liegt bei 20 bis 30 französischen Graden.

Kann man aus allen Berner Brunnen trinken?
Nein, aber aus den allermeisten. Die 102 von Energie Wasser Bern betreuten Brunnen führen normales Berner Trinkwasser und werden wöchentlich gereinigt. Daneben gibt es drei Gruppen, bei denen du genauer hinschauen solltest: reine Zierbrunnen und Teichanlagen ohne Trinkauslauf, Kunstbrunnen, die nie als Wasserstelle gedacht waren, und einzelne Brunnen in privater Hand, die mit dem Schild “Kein Trinkwasser” angeschrieben sind.
Ein gutes Beispiel für die zweite Gruppe steht am Waisenhausplatz: der Meret-Oppenheim-Brunnen von 1983, ein Betonturm, über den das Wasser so läuft, dass sich Kalk, Moos und Pflanzen darauf ansiedeln. Das ist Absicht und Teil des Kunstwerks, aber keine Trinkwasserstelle.
Beim Glasbrunnen gilt das Gleiche aus einem anderen Grund: Dort steht das Wasser zwar zur Verfügung, das Schild sagt aber ausdrücklich nein. Dass klares Wasser aus einer Waldquelle nicht automatisch sicher ist, gilt auch ausserhalb Berns, dazu mehr in unserem Artikel darüber, warum gefiltertes Bergwasser nicht automatisch sicher ist.
Zusammenfassung: Die 102 städtisch betreuten Brunnen führen Trinkwasser. Zierbrunnen, Kunstbrunnen und angeschriebene Ausnahmen wie der Glasbrunnen nicht.

Auf eigene Brunnen-Tour mit droply
Die elf historischen Figurenbrunnen liegen fast alle auf einer Achse, von der Spitalgasse über Markt- und Kramgasse bis zur Gerechtigkeitsgasse. Das ist ein Spaziergang, den du mit Fotostopps und Auffüllen entspannt in einem halben Tag machst. Du brauchst dafür keine Führung und keine Öffnungszeiten.
In droply findest du die Brunnen auf der Karte, und zu den meisten Berner Brunnen steht auch die Geschichte dazu, Baujahr, Figur, Herkunft des Namens. Du tippst unterwegs auf den Brunnen vor dir und liest, was du gerade anschaust, statt vorher eine Liste auswendig zu lernen. Wer selbst etwas beitragen will, ergänzt ein Foto oder meldet, ob ein Brunnen gerade läuft: Genau so wächst der Datenbestand.
Zusammenfassung: Die elf Figurenbrunnen liegen auf einer Achse durch die Altstadt, ein Spaziergang für einen halben Tag. In droply siehst du sie auf der Karte, zu den meisten mit der Geschichte dazu.

Trinkwasser beim Wandern rund um Bern
Plane die Wanderung nach Wasserstellen, nicht nur nach Kilometern. Rund um Bern heisst das: In der Stadt findest du regelmässig Brunnen, sobald du tiefer in die Wälder am Stadtrand gehst, etwa in den Bremgartenwald, wird es deutlich dünner. Und der auffälligste Brunnen im Wald, der Glasbrunnen, fällt als Wasserstelle inzwischen aus.
Für eine geplante Route lädst du die GPX-Datei in den droply Navigator, und die App sucht entlang der Strecke nach bekannten Wasserstellen. Du siehst vor dem Start, wo du zuverlässig auffüllen kannst und wo ein längerer trockener Abschnitt folgt. Wie viel Wasser du für welchen Abschnitt brauchst, hängt von Distanz, Temperatur und Tempo ab, dazu mehr im Guide zur Wassermenge beim Wandern.
Zusammenfassung: In der Stadt ist Wasser nah, in den Waldgebieten am Stadtrand nicht. Lade deine Route in den droply Navigator, um Wasserstellen und trockene Abschnitte vorher zu sehen.

Ist Brunnenwasser in der ganzen Schweiz trinkbar?
Grundsätzlich ja, und das gilt weit über Bern hinaus. In der Praxis der Kantone gilt: Ist ein öffentlich zugänglicher Brunnen nicht ausdrücklich mit “Kein Trinkwasser” angeschrieben, darfst du davon ausgehen, dass das Wasser trinkbar ist. Zuständig für Betrieb und Qualität ist die jeweilige Gemeinde, und Trinkwasser zählt in der Schweiz zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln.
Der Glasbrunnen zeigt, dass dieses System funktioniert: Die Quelle wurde nicht einfach stillschweigend weiterbetrieben, sondern beprobt, bewertet und angeschrieben. Wie das in einer anderen Schweizer Stadt aussieht, mit offiziellen Brunnendaten und einem eigenen Quellwassernetz, steht in unserem Guide zum Trinkwasser in Zürich.
Zusammenfassung: Ohne “Kein Trinkwasser”-Schild gilt ein öffentlicher Schweizer Brunnen als trinkbar. Das ist gängige Praxis der Gemeinden, kein einzelnes Gesetz, aber landesweit verlässlich.
Warum droply in Bern gut funktioniert
droply wurde von zwei Schweizern gebaut, die die Schweizer Outdoor-Welt aus eigener Erfahrung kennen. In Bern merkt man das an der Tiefe der Daten: Zu den meisten Brunnen der Altstadt findest du nicht nur den Standort, sondern auch Fotos aus der Community und die Geschichte dazu. Für eine Stadt, in der ein Brunnen fast nie nur ein Brunnen ist, macht das den Unterschied zwischen einer Karte mit Punkten und einer, die dir erzählt, wovor du gerade stehst. Mehr zum Hintergrund der beiden Gründer steht in unserer droply Story.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Trinkwasserbrunnen hat Bern?
In droply sind im Raum Bern rund 250 Brunnen mit Trinkwasser erfasst, rund 50 davon in der Altstadt. Energie Wasser Bern betreut 102 Brunnen im Auftrag der Stadt, 36 in der Innenstadt. Dazu kommen Zier- und Kunstbrunnen ohne Trinkwasser sowie Brunnen anderer Eigentümer, etwa der Burgergemeinde.
Kann man aus den Berner Brunnen trinken?
Bei den 102 von Energie Wasser Bern betreuten Brunnen ja: Sie führen normales Berner Trinkwasser und werden wöchentlich gereinigt, ohne chemische Zusätze. Ausnahmen sind Zier- und Kunstbrunnen sowie Brunnen mit dem Schild Kein Trinkwasser. In droply siehst du zu jedem erfassten Brunnen den zuletzt bekannten Stand.
Wo kann ich in Bern meine Trinkflasche auffüllen?
An jedem laufenden Brunnen der Innenstadt. In der Altstadt zwischen Bahnhof und Nydeggbrücke bist du meist nur wenige Schritte von einem Brunnen entfernt, entlang Spital-, Markt-, Kram- und Gerechtigkeitsgasse reiht sich einer an den nächsten. Gratis ist das überall.
Warum heisst Bern die Brunnen-Hauptstadt?
Weil Bern für eine Stadt seiner Grösse aussergewöhnlich viele öffentliche Brunnen hat und weil elf davon zu den bekanntesten Figurenbrunnen der Renaissance nördlich der Alpen zählen. Sie stehen heute noch an ihren historischen Standorten in der Altstadt, die seit 1983 UNESCO-Welterbe ist.
Woher kommt das Trinkwasser in Bern?
Aus Grundwasser im Emmental und im Aaretal. Ein grosser Teil fliesst ohne Pumpen ins Reservoir Mannenberg, weil die Fassungen höher liegen als die Stadt. Das Wasser braucht keine Aufbereitung und wird laufend kontrolliert, unter anderem mit Ukeleien in Kontrollbecken als biologisches Frühwarnsystem.
Wie hart ist das Berner Leitungswasser?
Mittelhart bis ziemlich hart, je nach Versorgungsgebiet 20 bis 30 französische Härtegrade, also etwa 11 bis 17 deutsche Grade. Das ist Geschmackssache im Kaffee, für Trinkwasserqualität spielt es keine Rolle.
Was ist der Kindlifresserbrunnen und was bedeutet die Figur?
Ein Figurenbrunnen von 1545/46 am Kornhausplatz, ursprünglich Platzbrunnen genannt. Die Figur zeigt einen Menschenfresser, der ein Kind verschlingt, weitere stecken in seinem Sack. Hans Gieng hat keine Erklärung hinterlassen, darum kursieren bis heute mehrere Deutungen, von der Fasnachtsfigur über den Gott Kronos bis zur Schreckfigur für Kinder.
Warum zeigt der Mosesbrunnen auf das zweite Gebot?
Weil Bern seit 1528 reformiert ist. Moses hält die Gesetzestafeln und deutet auf das Bilderverbot, ausgerechnet auf dem Münsterplatz vor der grössten Kirche der Stadt. Der heutige Brunnen stammt von 1791, ein erster Mosesbrunnen stand hier schon 1544.
Was hat es mit dem Bären am Zähringerbrunnen auf sich?
Der gepanzerte Bär von 1535 erinnert an Berchtold V. von Zähringen, den Gründer Berns, und an die Sage, nach der die Stadt ihren Namen vom ersten erlegten Bären hat. Der Bär trägt Schild und Fahne mit dem Zähringer Löwen, zu seinen Füssen sitzt ein Bärenjunges.
Kann ich am Glasbrunnen im Bremgartenwald Wasser trinken?
Besser nicht. Das Wasser galt lange als besonders gut, wird aber seit August 2020 wöchentlich beprobt und war wiederholt belastet, vor allem nach starkem Regen. Seit Mai 2024 ist am Brunnen angeschrieben, dass es nicht mehr getrunken werden sollte. Als Ausflugsziel lohnt sich der Ort trotzdem, füll deine Flasche vorher an einem Altstadtbrunnen.
Wo liegt der Glasbrunnen und wie kommt man hin?
Im Bremgartenwald nördlich des Neufelds, auf rund 548 Metern, auf Boden der Burgergemeinde Bern. Du erreichst ihn zu Fuss über Waldwege, mehrere Wege kreuzen sich direkt beim Brunnen.
Kann ich in Bern selbst eine Brunnen-Tour machen?
Ja. Die elf historischen Figurenbrunnen liegen auf einer Achse von der Spitalgasse bis zur Gerechtigkeitsgasse, das ist ein Spaziergang für einen halben Tag. In droply findest du die Brunnen auf der Karte, zu den meisten Berner Brunnen auch die Geschichte dazu, und kannst dir daraus eine eigene Route bauen.
Gibt es in Bern eine geführte Brunnen-Stadtführung?
Ja, Bern Welcome bietet die Stadtführung Rund ums Wasser an. Sie führt durch die Untere Altstadt zu ausgewählten Brunnen und in den Keller der Staatskanzlei zum Lenbrunnen, der ältesten Zisterne der Stadt, die sonst nicht öffentlich zugänglich ist.
Woran erkenne ich einen Schweizer Brunnen ohne Trinkwasser?
Am Schild Kein Trinkwasser direkt am Brunnen. Fehlt es, gilt das Wasser als trinkbar, das ist gängige Praxis der Gemeinden in der ganzen Schweiz. Reine Zier- und Kunstbrunnen erkennst du meist schon daran, dass sie keinen Auslauf zum Trinken haben.
Wie plane ich Wasser für eine Wanderung rund um Bern?
Lade deine Route als GPX-Datei in den droply Navigator. Die App zeigt dir die bekannten Wasserstellen entlang der Strecke und die trockenen Abschnitte dazwischen. Rund um Bern ist Wasser in der Stadt dicht, in den Waldgebieten am Stadtrand deutlich dünner.
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Von Micha · Co-Founder, droply